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Thüringer Handwerkstag wählt neue Spitze

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Der Thüringer Handwerkstag wählte am 14. Mai 2013 turnusmäßig für eine dreijährige Amtsperiode einen neuen Vorstand. Nachdem Erfurts Handwerkskammerpräsident Stefan Lobenstein Anfang letzten Jahres für den zurückgetretenen THT-Präsidenten Rolf Ostermann für ein Jahr ins Amt gewählt wurde, stand die ordentliche Wahl des gesamten Vorstandes an.


v. l. n. r.: Vorstandsmitglieder Konrad Zitzmann und Thomas Menge, Vizepräsidentin Sybille Hain, Vorstandsmitglied Helmut Adamy, Präsident Stefan Lobenstein, Vorstandsmitglied Klaus Nützel sowie Geschäftsführer Thomas Malcherek

Gewählt wurden:

Präsident
Stefan Lobenstein
Präsident der Handwerkskammer Erfurt
Erfurt

Vizepräsidentin
Sybille Hain
Landesinnungsmeisterin des Landesinnungsverbandes der Friseure und Kosmetiker Thüringen-Sachsen-Anhalt
Erfurt

Vorstandsmitglieder

Klaus Nützel
Präsident der Handwerkskammer für Ostthüringen
Gera

Helmut Adamy
Präsident der Handwerkskammer Südthüringen
Suhl

Konrad Zitzmann
Landesinnungsobermeister der Landesinnung Thüringen
Leinefelde

Thomas Menge
Landesinnungsobermeister der Innung des Schornsteinfegerhandwerks im Freistaat Thüringen
Utzberg

Der Thüringer Handwerkstag (THT) ist die Spitzenorganisation des Thüringer Handwerks und setzt sich aus 32 Landesinnungsverbänden, Fachverbänden und Landesinnungen sowie den drei Handwerkskammern zusammen. Hauptaufgabe der THT ist die gesamthandwerkspolitische Interessenvertretung gegenüber dem Land und dem Bund.

Der THT vertritt die Interessen von knapp 32.000 Handwerksbetrieben mit rund 148.000 Beschäftigten und über 7.200 Lehrlingen. Mit einem Jahresumsatz von rund 14 Milliarden Euro gehört das Handwerk zu den wichtigsten Wirtschaftsbereichen Thüringens.

61 Prozent aller Betriebe finden sich im Bau sowie im Metall- und Elektrobereich. Mit 15 Prozent sind die Betriebe der Gesundheitshandwerke die drittstärkste Gruppe, gefolgt vom Holzgewerbe mit einem Anteil von 12 Prozent. Die Handwerke in den Bereichen Glas, Papier sowie Nahrung und Bekleidung machen zusammen 12 Prozent des Handwerks aus.


„Tag des Handwerks“ am 21. September – Thüringer Handwerk feiert in Arnstadt

Der dritte bundesweite „Tag des Handwerks“ findet am 21. September – einen Tag vor der Bundestagswahl – statt. Das Thüringer Handwerk lädt für diesen Tag zum zentralen Fest nach Arnstadt ein. Mit vielen Informationen zum Handwerk durch die Innungen, Handwerk zum Mitmachen und Stauen, Show und Unterhaltung sowie der Ankunft der Oldtimer-Tour erwarten die Handwerkskammer Erfurt und die Kreishandwerkerschaft Mittelthüringen als Organisatoren viele hundert Gäste in der Innenstadt Arnstadts. Ein Motto des Tages ist „Handwerk macht mobil“. Die Entwicklung der Mobilität und der Anteil des Handwerks daran stehen dabei im Blickpunkt.


Handwerksgeschäft belebt sich nach dem langen Winter

Nach den positiven Ergebnissen des Thüringer Handwerks in den letzten beiden Jahren hat sich die konjunkturelle Situation im Laufe des langen Winters leicht abgeschwächt. „Dank der grundsätzlich positiven Einschätzung der meisten unserer Betriebe sehen wir das Jahr 2013  aber optimistisch“, erwartet Stefan Lobenstein, Präsident des Thüringer Handwerkstages, einen ähnlich guten Konjunkturverlauf wie 2012.

Das Bauhauptgewerbe und das Kfz-Handwerk sind die beiden Branchen, die in den ersten drei Monaten ihre Geschäftslage negativ beurteilten. Auftragslage, Betriebsauslastung und Umsatz stagnierten während der Wintermonate in vielen Bereichen. Gestützt wurde die Konjunktur dagegen durch eine stabile Nachfrage in den konsumnahen Handwerken.
 
Erste Prognosen für das zweite Quartal lassen ein besseres Geschäftsklima im Thüringer Handwerk erwarten. Insbesondere im Baubereich überwiegt seit dem Frühjahr der Optimismus. Nicht zuletzt eine konstant hohe Auftragsreichweite von mehr als 6 Wochen lassen erwarten, dass auch 2013 für die Bau- und Ausbauhandwerke ein gutes Jahr werden wird.

Insgesamt wird das Handwerk auch in 2013 von einigen Faktoren beflügelt. Die Arbeitslosigkeit bleibt auf niedrigem Niveau. Die Arbeitsplatzsicherheit steigt weiter an. Zurückliegende Lohnsteigerungen und zu erwartende positive Tarifabschlüsse lassen einen Anstieg der Kaufkraft und damit die Fortsetzung des guten privaten Konsums erwarten. Grundsätzlich kaufen die Deutschen nach wie vor mit Elan ein. Laut der GfK hat sich das Konsumklima im Winter auf hohem Niveau stabilisiert.

Ein weiteres Plus: Das Handwerk profitiert ohne Zweifel von seinem Image. Laut einer Prognos-Studie ist das Handwerk der Wirtschaftsbereich, dem die Bürger am meisten vertrauen.

Die bescheidene Dynamik der Exporte blockiert zwar Investitionen der Unternehmen. In den nächsten Monaten erwartet das Handwerk jedoch, dass sich der Knoten löst. Die vorteilhaften Kreditkonditionen sollten mehr und mehr Wirkung entfalten und neuen Schwung bei gewerblichen Investitionen bringen. Der Drang nach langlebigen und werthaltigen Gütern wird im Neubau wie in der Sanierung für die Bau- und Ausbauhandwerke für eine konstant positive Auftragslage sorgen.

Im Kraftfahrzeughandwerk trübte dagegen ein deutlicher Umsatzrückgang die Stimmung und lässt daher nur gedämpften Optimismus für das Geschäftsjahr aufkommen. Denn die rückläufige Auftrags- und Umsatzentwicklung gerade im Kfz-Handwerk ist nicht allein auf saisonale Einflüsse zurückzuführen. Der Handel mit neuen Pkws stottert und der harte Wettbewerb zwingt zu kräftigen Preisnachlässen.

Handwerk sucht Lehrlinge

Die konstante Beschäftigtenentwicklung und gute Auftragslage im Handwerk haben derzeit ihre Kehrseite auf dem Ausbildungsmarkt. Viele Betriebe suchen für ausscheidende Mitarbeiter neue Fachkräfte sowie Auszubildende, um künftige Fachkräftelücken schließen zu können. Doch schon seit zwei Jahren findet nicht mehr jeder suchende Betrieb einen passenden Lehrling.

Über 1.000 offene Ausbildungsstellen sind derzeit in den Lehrstellenbörsen der Handwerkskammern registriert – so viele wie noch nie. Zwar ist dies insbesondere auf die früher beginnende Suche der Betriebe nach Bewerbern zurückzuführen. Es bleibt aber zu befürchten, dass in diesem Jahr mehr Ausbildungsplätze als im Vorjahr unbesetzt bleiben. Gesucht wird in allen Handwerksberufen. Im letzten Jahr blieben in erster Linie Ausbildungsplätze im Baubereich, in den technischen Handwerken und in den Lebensmittelhandwerken unbesetzt.

THT-Präsident Lobenstein sieht eine Hauptaufgabe der Handwerkskammern darin, Interessenten möglichst passgenau zu vermitteln: „Wir müssen die richtigen Leute an die richtigen Stellen bringen“, so sein Ziel. Damit dies gelinge, sei eine intensive Berufsorientierung der Schüler notwendig. Darüber hinaus sollten Unterstützungsangebote wie Einstiegsqualifizierungen vor einer Ausbildung oder ausbildungsbegleitende Hilfen während der Ausbildung noch mehr genutzt werden, um Ausbildungsabbrüchen vorzubeugen.

Die steigende Zahlen von Ausbildungsabbrüchen im Handwerk (über alle Ausbildungsjahre ca. 16 %, im 1. Ausbildungsjahr annähernd 30%) haben in erster Linie zwei Ursachen: falsche Vorstellungen des Lehrlings vom Beruf sowie unzureichende Qualifikationen und Motivation. Hinzu komme, so Lobenstein, dass nunmehr Betriebe vermehrt Jugendliche einstellten, bei denen die Aussichten auf eine erfolgreiche Ausbildung eher gering seien. Umso wichtiger sei eine umfassende  Berufsorientierung. „Mir ist es lieber, wenn Jugendliche in einem Praktikum feststellen, dass ein Beruf ihnen nicht liegt, als erst in der Ausbildung. Denn das ist für alle verschenkte Zeit.“

Handwerk gegen einheitlichen gesetzlichen Mindestlohn

Mindestlöhne sollten die Tarifparteien aushandeln. Damit spricht sich der Thüringer Handwerkstag gegen einen staatlichen Einheitsmindestlohn über alle Branchen und Regionen aus. Die Tarifpartnerschaft von Abreitgebern und Arbeitnehmern hat nach Überzeugung des THT dazu beigetragen, dass sich Deutschland wirtschaftlich stabil entwickelt hat. Dies sollte die Politik berücksichtigen und weiterhin den Tarifparteien die Hoheit über die Tariflöhne überlassen. Es gibt bereits in zahlreichen Branchen Mindestlöhne, die durch den Gesetzgeber für allgemeinverbindlich erklärt wurden. Jüngstes Beispiel ist das Friseurhandwerk. Dort wurde jetzt eine bundesweite Einigung durch die Tarifparteien erzielt, die für allgemeinverbindlich erklärt werden soll.

Trotz aller Notwendigkeit von Lohn-Mindeststandards, sollten branchenspezifische und regionale Unterschiede berücksichtigt bleiben. Der THT geht davon aus, dass der politische Druck Abschlüsse von Mindestlöhnen beschleunigen wird. Entscheidende Verhandlungspartner müssen jedoch die Tarifparteien bleiben.

Thüringer Funktional- und Gebietsreform an den Bürgerbedürfnissen orientieren

Der Thüringer Handwerkstag erwartet von der Landesregierung und den kommunalen Spitzenverbänden, die Diskussionen zur Funktional- und Gebietsreform auf eine sachorientierte Basis zu stellen. Wichtig sei, unterstreicht Lobenstein, das Verwaltungen verschlankt und Doppelstrukturen abgebaut werden. Aufgaben seien zu bündeln und Bürokratie abzubauen. Die Nähe zu den Bürgern und Unternehmen dürfe dabei jedoch nicht verschlechtert werden. Außerdem fordert er, dass eine größtmögliche Eigenverantwortung der Kommunen erhalten bleibt.

Eine Funktional- und Gebietsreform sollte insbesondere die Auswirkungen auf den ländlichen Raum einbeziehen wie beispielsweise die Qualität der Unternehmensbetreuung, eine ausgewogene Bildungs- und Infrastruktur sowie eine genaue Abwägung von Kosten und Nutzen einer Reform.

Bei allem Druck auf eine Neuordnung sollte laut Lobenstein der Erhalt der regionalen Identität berücksichtigt werden, um beispielsweise auch die gesellschaftliche Verantwortung des Handwerks zu wahren. Diese Verantwortung werde insbesondere in kleinen Strukturen erkennbar, beispielsweise im Engagement der Handwerker in den Innungen und Kreishandwerkerschaften oder für Vereine und Organisationen vor Ort.

Anerkennungsgesetz erleichtert ausländischen Fachkräften Eintritt ins Handwerk

Ein Jahr nach Inkrafttreten des Anerkennungsgesetzes am 1. April 2012 kann eine erste Zwischenbilanz gezogen werden.

"Das Handwerk hat sich bei der Umsetzung vor Ort im hohem Maße engagiert, um die Integration europäischer Fachkräfte auf den deutschen Arbeitsmarkt voran zu bringen“, so THT-Präsident Stefan Lobenstein. Seit Mai 2012 wurden bundesweit knapp 10.000 Beratungen der Handwerkskammern zum neuen Rechtsanspruch auf Durchführung eines Gleichwertigkeitsfeststellungsverfahrens gezählt. Über 1.700 Anträge gingen daraus hervor. Die Antragsteller stammen aus 77 Herkunftsländern, an der Spitze die Türkei und Polen.

Aufgrund der geringen Anzahl ausländischer Arbeitnehmer im Freistaat, war die Beratungsnachfrage bei den Handwerkskammern gering. Weniger als 20 Anfragen aus Thüringen gingen bisher bei den drei Handwerkskammern ein. Lobenstein: „Das Anerkennungsgesetz ist ein Mosaikstein für die Schaffung eines europäischen Wirtschaftsraums, der sich auch als ein Arbeitsraum für die Arbeitnehmer entwickeln soll. Dabei ist es wichtig, dass berufliche Abschlüsse vergleichbar und gegenseitig anerkannt werden.“ Die geringe Zahl der Anfragen sieht Lobenstein nicht als problematisch an.

Gleichwohl wünscht sich der THT-Präsident ein besseres Image Thüringens bei ausländischen Fachkräften und eine weitere Öffnung Thüringer Unternehmen für Fachkräfte aus dem Ausland. „Unsere Handwerksbetriebe können davon profitieren, wenn sich mehr ausländische Fachkräfte für den Freistaat interessieren.“

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