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Handwerk und Politik  im Dialog

Fraktionsspitzen nahmen am Parlamentarischen Abend teil

Die aktuelle Situation und die Zukunft des Handwerks wurden beim Parlamentarischen Abend am 27. Februar 2019 zur Sprache gebracht, den der Thüringer Handwerkstag e. V. im Thüringer Landtag veranstaltete. Nach der Begrüßung durch Landtagspräsidentin Birgit Diezel und dem Grußwort von Wolfgang Tiefensee, Thüringer Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft, tauschten Vertreter aus Handwerk und Politik ihre Erfahrungen und Standpunkte aus und diskutieren Themen, die die Handwerksbetriebe im Freistaat aktuell bewegen. Die Fraktionsspitzen der fünf Parteien im Landtag – Susanne Hennig-Wellsow (DIE LINKE), Matthias Hey (SPD), Dirk Adams (Bündnis 90/Die Grünen), Jörg Geibert (CDU) und Björn Höcke (AfD) – kamen zum Podiumsgespräch zusammen.

Offener Austausch

Unter dem  Motto „Handwerkszeug für die Landespolitik“ wurden die aktuellen Herausforderungen, die mittelständische Handwerksbetriebe, die Mitarbeitenden und Nachwuchskräfte ausgemacht haben, in offener Weise skizziert. Darunter fällt unter anderem die Gewinnung und Sicherung von Fachkräften mit Hilfe der beruflichen Bildung. „Die verbindliche Aufnahme der Berufsorientierung ins Schulgesetz und die Pilotphase des Azubi-Tickets sind wichtige Signale für eine größere Wertschätzung der beruflichen Bildung“, sagte der Präsident des Thüringer Handwerkstag, Stefan Lobenstein. Später müssten die Handwerksgesellen zum Ablegen der Meisterprüfung motiviert werden – unter anderem durch politische Anreize. „Thüringen ist mit seiner Meisterprämie bislang, gerade im Vergleich zu unseren Nachbarbundesländern, knausrig. Die Ungleichbehandlung von steuerfinanziertem Studium auf der einen und „teuer“-finanzierter Meisterausbildung auf der anderen Seite ist nicht gerecht und muss angepasst werden“, sagte Stefan Lobenstein. 

Auch für die Karriere im Handwerk, als weitere Baustelle, brauche es gute Rahmenbedingungen. „Der Weg in die Selbstständigkeit wird heute von vielen als unattraktiv wahrgenommen. Die Regelungsdichte an Gesetzen, Verboten und Geboten erwischt bereits die Existenzgründer mit voller Wucht“, betonte Lobenstein. Er sprach sich dafür aus, regulatorische Beschränkungen und finanzielle Belastungen auf den Prüfstand zu stellen. „Wir fordern eine echte Entbürokratisierungsoffensive für den Mittelstand. Verhindern Sie den betrieblichen Burn-out und trauen Sie den Menschen und Betrieben dieses Landes zu ihr Wohl stärker selbst zu gestalten“, appellierte Lobenstein in Richtung der anwesenden Kabinettsvertreter und Parlamentarier. Gleichzeitig lenkte er den Blick auf die Digitalisierung und die Bereitschaft für Innovationen. „Handwerk ist heute an vielen Stellen hochanspruchsvoll und digital. Dafür braucht es nicht nur gutes Personal, sondern auch gute Rahmenbedingungen“, so der Präsident des Thüringer Handwerkstag.

Vier Wahlprüfsteine

Im Rahmen des Parlamentarischen Abends, der sich in diesem Jahr zum 27. Mal jährte, wurden die Landesregierung und die Fraktionen abermals zu einem konsequenten wirtschaftsförderlichen Handeln aufgefordert. Die Politik ist gefordert, Rahmenbedingungen zu schaffen, die das Handwerk auch in Zukunft zu einer tragenden und innovativen Säule der Wirtschaft und Gesellschaft Thüringens machen. Alle Forderungen sind in der Broschüre „Wahlprüfsteine“ zusammengefasst, die im Laufe des Jahres mit Vertretern aus Handwerk und Politik diskutiert werden sollen. Dafür sind unter anderem Wahlforen in Erfurt und Rohr geplant.

Dialog mit den Fraktionen: (v.l.n.r.) Susanne Hennig-Wellsow (DIE LINKE), Matthias Hey (SPD), Dirk Adams (Bündnis 90/Die Grünen), Steffen Range, Chefredakteur der Deutschen Handwerkszeitung, Jörg Geibert (CDU) und Björn Höcke (AfD) kamen zum Podiumsgespräch zusammen. Foto: Michael Reichel/arifoto.de
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