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Thüringer Handwerk steht Mehrwertsteuer-Senkung skeptisch gegenüber

Das Thüringer Handwerk begrüßt das Bundeskonjunkturpaket, das als Reaktion auf die Corona-Pandemie verabschiedet werden soll. „Die vergangenen Wochen waren alles andere als leicht für die Handwerker in Thüringen und Deutschland. Um die Krise bewältigen, die Konjunktur stärken und die Zukunft der Betriebe sichern zu können, ist ein starkes Konjunkturpaket unabdingbar. Die Bemühungen der Bundesregierung, die die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie abfedern sollen, sind eine gute Antwort auf die Krise“, sagt der Geschäftsführer des Thüringer Handwerkstag e.V. (THT), Thomas Malcherek. Neben Maßnahmen für die kurzfristige Stimulierung der Wirtschaftsaktivität enthalte das geschnürte Paket auch langfristige Ziele, wie die Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen durch wichtige Zukunftsinvestitionen. Auch die Transformation der Wirtschaft zu mehr Bildung, Digitalisierung und Klimaschutz sei Inhalt des Maßnahmenkatalogs. 

Gleichzeitig steht das Thüringer Handwerk der vorübergehenden Senkung der Mehrwertsteuer im zweiten Halbjahr 2020 skeptisch gegenüber. Die Änderung habe erhebliche Kosten für die Handwerksbetriebe zur Folge. „Die Senkung der Mehrwertsteuer erfordert eine Umstellung sowohl der Kassensysteme als auch der Buchhaltungs- und Rechnungssysteme für gerade einmal sechs Monate. Das ist ein enormer Aufwand, vor allem weil die Betriebe die Änderung oft nicht selbst durchführen können, sondern Fachpersonal engagieren müssen“, erklärt Thomas Malcherek. Dieser Service muss bezahlt werden, was die Unternehmer zusätzlich finanziell belastet. Darüber hinaus müssen sie einen höheren Bürokratieaufwand stemmen. „Statt die Handwerkerinnen und Handwerker zu entlasten kommt eine weitere Hürde auf sie zu“, kritisiert der Geschäftsführer. 

Nach wie vor bleibe die Liquiditätssicherung das Gebot der Stunde. „Insolvenzen von an sich gesunden Unternehmen müssen dringend vermieden werden. Nur so können Ausbildungs- und Arbeitsplätze erhalten und die Attraktivität der Region gesichert werden“, betont Thomas Malcherek. Er begrüßt in diesem Zusammenhang die auf den Weg gebrachte Überbrückungshilfe für kleine und mittlere Unternehmen, die für die Monate Juni bis August als Zuschuss gezahlt wird. „Das wird auch Handwerksunternehmen, die zumindest indirekt weiterhin unter massiven Corona-bedingten Umsatzeinbrüchen leiden, eine deutliche Erleichterung geben“, sagt er. Positiv sei auch die Ausweitung der steuerlichen Verlustverrechnung sowie die Verlängerung der Kurzarbeiterregelungen. Darüber hinaus würden die Handwerksunternehmen auch von den Finanzhilfen für die Kommunen profitieren, da diese Städte und Gemeinden wichtige Wirtschaftspartner und Auftraggeber sind. „Wir appellieren an die Kommunen, die Finanzhilfen in die Tat umzusetzen und Aufträge zu vergeben“, sagt der THT-Geschäftsführer. 

Zustimmung des Thüringer Handwerks finden auch die vorgesehenen finanziellen Unterstützungen der Unternehmen, die ihr Ausbildungsangebot trotz der Corona-Krise aufrechterhalten oder sogar erhöhen. „Wir haben schon immer betont, dass die duale Berufsausbildung ein Steckenpferd Deutschlands ist, um das uns andere Länder beneiden. Um Fachkräfte für die Zukunft zu sichern, darf sie keinesfalls aufs Spiel gesetzt werden“, so Thomas Malcherek.
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