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Kampf gegen die Corona-Krise:

Thüringer Handwerk übergibt Grundlagenpapier an Bodo Ramelow

Mit dem erneuten, harten Lockdown, der zunächst bis zum 14. Februar gilt, sind die Hoffnungen
auf einen wirtschaftlichen Neustart im Jahr 2021 jäh zerschlagen worden. „Die Beibehaltung der
bisherigen harten Lockdown-Maßnahmen bis in den Februar hinein hat schwerwiegende Folgen,
sowohl für das Thüringer Handwerk als auch die gesamte Thüringer Wirtschaft. Der angeordnete
Stillstand in vielen Bereichen führt zu einer existenzbedrohenden Situation, weshalb die Betriebe
vor allem das Vertrauen in die politischen Maßnahmen und die Zukunft verlieren“, sagt der
Präsident des Thüringer Handwerkstag e.V. (THT), Stefan Lobenstein.

Nur wenige Tage nach dem Bekanntwerden der Verlängerung des Lockdowns hat sich der
Vorstand des THTs in einem Brief an Thüringens Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke)
gewandt. Darin sind drei wesentliche Forderungen enthalten: die unverzügliche Auszahlung der
versprochenen Hilfen, die Erhöhung der Geschwindigkeit der Impfungen sowie die Erarbeitung
eines realistischen Maßnahmenkatalogs, der eine gewisse Planungssicherheit für die Betriebe
ermöglicht.

Hilfen schneller auszahlen
In den vergangenen Monaten habe das Thüringer Handwerk alle bisher getroffenen politischen
Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung mitgetragen, auch wenn dies Komplettschließungen,
Arbeiten unter höchsten Hygieneauflagen, einschneidende Einschränkungen und insgesamt ein
großes Solidaropfer bedeutete. All dies führte zu Umsatzeinbrüchen mit teilweise erheblichen,
sogar existenzbedrohenden Folgen. „Die stockende Auszahlung der zugesagten Hilfen lassen viele
Betriebe an ihre Belastungsgrenze kommen. Das Thüringer Handwerk fordert die Thüringer
Landesregierung daher auf, sich mit Nachdruck für die unverzügliche Auszahlung der finanziellen
Hilfen einzusetzen, denn eines der Hauptprobleme vieler Unternehmen ist die fehlende Liquidität“,
betonte Stefan Lobenstein. Sollte dies nicht gelingen, werde eine Insolvenzwelle im Land folgen.
Das Thüringer Handwerk kritisiert in diesem Zusammenhang auch die schleppende Auszahlung der
Quarantäne-Ausgleichszahlungen an die Betriebe.

Zudem müssten verbindliche Vorkehrungen getroffen werden, um Handwerker, die auf Grund des
Lockdowns ganz oder teilweise nicht tätig werden durften, von Personalengpässen oder
Lieferschwierigkeiten betroffen sind, vor Vertragsstrafen, um Beispiel bei Bauverzögerungen, zu
schützen.

Effektive Impfstrategie ermöglichen
Eine weitere Forderung des THT ist die Erhöhung der Geschwindigkeit der dringend notwendigen
Impfungen. „Bis genügend Impfdosen zur Verfügung stehen, benötigen die Unternehmen
kostenfreie Schnelltests und ausreichende Mengen an kostenlos zur Verfügung gestellten FFP2-
Masken. Das Thüringer Handwerk außerdem empfiehlt eine Anpassung der Teststrategie, damit
Quarantänemaßnahmen wirksam, aber auch wirtschaftlich sinnvoll umgesetzt werden können“, so
Lobenstein.

Die Thüringer Landesregierung wird dazu aufgefordert, eine effektive Impfstrategie vorzulegen,
die es allen impfbereiten Gruppen ermöglicht, schnellstmöglich einen Impftermin zu bekommen.
Dabei müssen alle Personen, die in ihrem wirtschaftlichen Leben unmittelbaren menschlichen
Kontakt haben, oberste Priorität besitzen. „Viele Betriebe haben in den vergangenen Monaten
aktiv, kreativ und beharrlich um Lösungen, unter Einhaltung aufwendiger Hygienekonzept,
gerungen. Daran sollte sich die Politik orientieren“, heißt es im THT-Brief.

Verunsicherungen entgegenwirken
Kurzfristige Entscheidungen im Drei-Wochentakt, Einzelmaßnahmen, heterogene, nicht
abgestimmte Kommunikation, fehlende verlässliche Informationen und Probleme am laufenden
Band: Dem Thüringer Handwerk fehlt eine klare Perspektive und Strategie der Umsetzung. „Die
mangelnde Planbarkeit führt zu einer tiefen Verunsicherung, nicht nur in der Thüringer Wirtschaft,
sondern auch in der gesamten Gesellschaft“, alarmiert Lobenstein.

Aus diesem Grund sei es unerlässlich, dass die Thüringer Regierung endlich einen Plan vorlegt, der
bis zum Frühjahr sowie darüber hinaus trägt. Ziel müsse es sein, allen betroffenen Branchen eine
verlässliche und realistische Perspektive aufzeigen, unter welchen Bedingungen schnellstmöglich
ein Maximum an Arbeiten wieder erlaubt ist. „Unsere Betriebe haben ihre bereits vor der Krise
gesundheitsschützenden Hygiene-Arbeitsstandards im vergangenen Jahr verbessert und zum Teil
viel investiert, um die Standards noch höher zu setzen. Von einer erhöhten Infektionsgefahr kann
hier also nicht gesprochen werden“, zeigt der THT-Präsident auf.

Diese Dienstleistungen würden stark nachgefragt und die Handwerker seien bereit, ihrer Arbeit
unter Einhaltung aller vorgegebenen Regeln wieder nachzugehen. Der THT unterstütze daher die
Forderung der Gesundheits- und körpernahen Dienstleistungen, spätestens ab dem 15.02.2021
wieder zu öffnen. Im Zuge dessen hat die Arbeitsgemeinschaft der Thüringer Handwerkskammer
eine gemeinsame Empfehlung für Hygienemaßnahmen in den Betrieben abgestimmt. Das
Merkblatt ist auf den Internetseiten der Handwerkskammer abrufbar.

Maßnahmenkatalog
Um einen Weg durch die Krise zu meistern, sehen die THT-Verantwortlichen die Entwicklung eines
realistischen Wenn-dann-Maßnahmen-Kataloges als unverzichtbar an. Dieser soll sich an klar
erkennbaren Kennziffern orientieren, damit die verlorene Planbarkeit wieder herstellt werden kann.
Darüber hinaus sei das Thüringer Handwerk bereit, im Dialog mit der Politik die Pandemie
weiterhin konstruktiv und zielgerichtet zu bekämpfen. „Entscheidend ist jedoch, dass umgehend
Entscheidungen getroffen werden, die uns einen Weg durch die Krise ermöglichen“, betont
Lobenstein.

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